TAG 53

Radziejowicka




Liebes Tagebuch,

heute war ein durchwachsener Tag. Ich bin erstmal noch eine Weile im Bett liegen geblieben und habe auf besseres Wetter gewartet.

Als ich dann irgendwann meine Sachen im Zelt zusammengepackt habe und ich leicht mit dem Kopf am Innenzelt gestreift bin, lies es plötzlich einen Knall. Das Gestänge, welches bereits am Anfang meiner Reise an einer Stelle gebrochen ist, ist nun an einer weiteren Stelle gebrochen und durch die Spannung hat es einen Riss in die äußere Plane geschlagen. 

Da ich nur eine Hülse für die provisorische Abhilfe eines solchen Bruchs im Gestänge dabei habe, war mir klar, dass ich heute einen Fachmarkt aufsuchen muss. Gut, dass ich grade in einer Stadt mit 1,7 Millionen Einwohnern bin, dachte ich mir. Da wird sich schon was finden. 

Aber erstmal fuhr ich ein veganes Bistro namens „Miło“ an, dessen Frühstück im Internet hoch gelobt wird. In der Tat war das Essen echt lecker und die Betreiberin sehr freundlich. Ich fühle mich langsam wie ein Restaurant-Tester, auch weil ich seit einer Weile immer direkt eine Bewertung auf Google hinterlasse.

Währenddessen durchforstete ich das Internet nach Outdoor- / Camping-Geschäften in Warschau. Am Ende meiner Recherche entschied ich mich, eine Decathlon-Filiale anzusteuern. Das stellte sich dann auch als Glückstreffer heraus. Die hatten Gestänge mit der richtigen Material-Stärke und Durchmesser auf Lager, und die Service-Abteilung sägte mir die Stangen auf meine Ansage zu. Nach etwas Bastelei habe ich nun wieder ein neuwertiges Gestänge. Und da in der Verpackungseinheit mehr Stangen drin waren als ich benötigt habe, bin ich nun ganz gut mit Ersatzteilen ausgerüstet. 

Ich kaufte noch einen speziellen Klebstoff, der für das Flicken von Zeltplanen gemacht ist. Ein Stück vom selben Material wie die Außenplane war beim Kauf des Zeltes dabei. Da diese Reparatur allerdings etwas Zeit benötigt um zu trocknen, und da es vorhin beim Aufbauen des Zeltes schon zu dunkel war, wird das morgen meine erste Aufgabe sein. 

Zu allem Übel habe ich dann gegen 17 Uhr, während ich in voller Montur Musik hörend durch den Regen gefahren bin, den rechten AirPod verloren. Ich muss wohl mit der Kapuze meiner Jacke dran gekommen sein. Nachdem ich etwa eine Stunde lang die letzten 500m hoch und wieder runter gelaufen bin und akribisch zwischen dreckigen Pfützen und hohem Gras nach diesem winzigen Stück Elektronik gesucht habe, gab ich es schließlich auf. Geknickt fuhr ich noch ein paar Kilometer weiter aber da es schon dunkel wurde, kam ich heute leider nicht so weit wie gedacht. 

Naja, Hauptsache das Zelt steht. Und dank meinem Tarp ist das Loch erstmal auch nicht weiter tragisch. 

Morgen mache ich dann vielleicht mal wieder etwas mehr Strecke. Wir werden sehen. 

Hier die Route im Detail:

https://www.komoot.de/tour/249962682

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